Jeder, der sich mit Miniatureisenbahnen beschäftigt, dürfte bereits von dem Miniaturwunderland in Hamburg gehört haben. Diese Attraktion wurde im Jahr 2000 eröffnet und avancierte schnell zu den touristischen Highlights der norddeutschen Großstadt. Es handelt sich sage und schreibe um die größte Modelleisenbahnanlage der Welt! Wenn etwas derart Kleines so groß wird, dann ist das wahrhaft eine Reise wert, denke ich. Darum schauen wir uns heute mal gemeinsam im Wunderland um und werfen auch ein Blick über den Tellerrand auf weitere Hamburger Sehenswürdigkeiten.

Elbphilharmonie Miniatur Wunderland Hamburg
Die Elbphilharmonie im Miniatur Wunderland Hamburg

Der Tag- und Nachtrhythmus im Miniaturwunderland erscheint etwas hektisch: Jede Viertelstunde wird es Nacht in der etwa 1500 Quadratmeter großen Welt. Dann schalten sich die Lichter des winzigen Hamburger Hauptbahnhofs automatisch an und mit ihnen erstrahlen Tausende winzige Leuchten, die für eine richtig schöne Atmosphäre sorgen. Die mehr als 1000 Züge auf der insgesamt über 15.000 Meter messenden Gleisstrecke halten natürlich nicht inne, wenn die Dunkelheit hereinbricht. Ganz im Gegenteil: Sie huschen weiter von Bahnhof zu Bahnhof, rattern über beleuchtete Brücken, überqueren beschrankte Bahnübergänge und sammeln emsig Passagiere ein, die dennoch festgepappt auf der Bahnsteigplattform stehen.

Obwohl Hamburg in diesem Eisenbahnparadies als Nabel der Welt erscheint, gruppieren sich doch noch andere Orte dieses Erdballs darum herum. So nimmt der fiktive Ort Knuffingen etwa 120 Quadratmeter für sich Anspruch, während ganz Österreich sich auf etwa 60 Quadratmeter beschränken muss. Amerika darf sich immerhin über 100 Quadratmeter ausbreiten und die Schweiz ist im Miniaturwunderland 250 Quadratmeter groß. Jede Stadt, jede Region bildet für sich eine eigene, verwunschene Welt, in der es so viel zu entdecken gibt, dass der Besucher am Ende tatsächlich glaubt, eine Weltreise hinter sich zu haben.

Was hat Hamburg noch zu bieten?

Wir wollen aber nicht vergessen, dass sich diese verblüffend detaillierte Paradies in einer Stadt befindet, die mit ihren Reizen für (Kurz-)Urlauber nicht geizt. Jeder Stadtteil besitzt dabei seinen eigenen Charme, ganz genau wie die verschiedenen Regionen des Miniaturwunderlandes! Natürlich darf hier ein Besuch auf der legendären Reeperbahn nicht fehlen. Unzählige Bars, Shows und Clubs lassen hier die Nacht wortwörtlich zum Tag werden.

Auf der Reeperbahn hat sich jüngst auch Udo Lindenbergs PANIK CITY angesiedelt, eine neue Sehenswürdigkeit, die ihre Gäste in eine multimediale Dimension entführt. Geführte Gruppen klappern die einzelnen Lebensstationen des berühmten Sängers und Komponisten ab und geben sich dabei starken Klang- und Akustikerlebnissen hin. Am Ende wartet ein High-Tech-Konzert, das den Besucher mit Hilfe der Virtual Reality direkt auf der Bühne neben Udo platziert.

Ganz in der Nähe der Reeperbahn befindet sich auch das Museum für Hamburgische Geschichte mit einer großen Spur 1 Modelleisenbahnanlage im Dachgeschoss. Über diese fantastische Modellbahn-Anlage haben wir schon in der Vergangenheit berichtet.

Beim Besuch der berühmten Reeperbahn lässt sich ebenfalls ein Stopp im Kiez-Casino kaum vermeiden. Jeder, der dem Blackjack, Roulette oder den Automatenspielen zugeneigt ist, darf sich hier in gepflegter Freizeitkleidung willkommen fühlen. Besonders die Spielautomaten erfreuen sich großer Beliebtheit. Die Anzahl der Walzen variiert ebenso wie die Themen und die Jokersymbole, doch alle Geräte sind auf maximalen Spielspaß geeicht. Auch die unzähligen Lokale rund um die Amüsiermeile laden anschließend zum Verweilen ein. Essen und Trinken gibt es mehr als genug und auch die Geselligkeit kommt nicht zu kurz.

Hamburg hautnah erleben und in historischem Ambiente schwelgen

Fernab solcher extravaganten Events existiert natürlich auch noch ein historisches Hamburg, das zu Recht stolz auf seine Wurzeln ist. Die alte Speicherstadt gehört sogar dem UNESCO Weltkulturerbe an, sie verfügt über eine stilvolle Architektur mit einem bezaubernden Hauch Geschichte. Gleich nebenan liegt das Kontorhausviertel, das eine ähnlich große Bedeutung besitzt. Die Speicherstadt stellte einst das Handelszentrum Hamburgs dar, während in den Kontoren die bürokratischen Abläufe geregelt wurden. Bei abendlicher Beleuchtung entfaltet sich in den Straßen zwischen den altehrwürdigen Gebäuden ein ganz spezielles Flair, das sich nirgendwo sonst auf der Welt finden lässt.

Elbstrand, Containerschiffe und Fischerhäuschen: eine starke Mixtur

Über Hamburg wäre noch sehr viel mehr zu sagen, zum Beispiel sind die Fischerhäuschen im malerischen Treppenviertel ganz gewiss einen längeren Besuch wert. Hier treffen Passanten auf vielerlei verwinkelte Gässchen mit insgesamt fast 5.000 Stufen, die sich zwischen weißen, fast mediterran anmutenden Gebäuden erstrecken. Viele Häuser stammen aus der Gründerzeit, einer Epoche, die mit markanter Architektur aufwartet. Die Strandtreppe allein verfügt über 170 Stufen und lädt dazu ein, die schöne Elbe genauer in Augenschein zu nehmen.

Der Elbstrand zieht sich etwa 13 Kilometer am Gewässer entlang und bietet einen herrlichen Ausblick auf die vorbeifahrenden, gigantischen Containerschiffe. Selten geben sich Natur und Industrie auf diese innige Weise ein Stelldichein: Das muss man einfach mal gesehen haben! Relativ neu sind die Promenaden an der Elbe, die dazu einladen, gemütlich spazieren zu gehen. Auch die HafenCity ist mit einer solchen Flaniermeile bestückt, damit Schusters Rappen in der Großstadt noch etwas zu tun haben. Ausruhen kann der fleißige Spaziergänger sich dann beispielsweise während einer Alster Dampfschifffahrt.

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Wie wäre es mit einer Stadtrundfahrt in einem der doppelstöckigen Sightseeing-Busse, einer Hafenrundfahrt im Boot oder einem Besuch in Hagenbecks Tierpark? Eisenbahnfans, die das Miniaturwunderland auf ihrer Reiseliste haben, dürfen sich jedenfalls über eine breite Auswahl an ergänzenden Highlights freuen. Da lohnen sich ganz sicher auch ein paar Stunden Anfahrt!